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Religion und Hysterie – der antisemitische Beißreflex

Religion und Hysterie – der antisemitische Beißreflex

Ich habe mir eben „The Innocence of Muslims“ angeschaut, jenen „Film“, der angeblich für die Empörung in der muslimischen Welt gesorgt hat und letztlich für Krawalle und Tote verantwortlich sein soll.

Ehrlich gesagt, habe ich das Ding nicht ganz gesehen, ich habe es nur bis zur siebten Minute geschafft. „The Innocence of Muslims“ ist nämlich gar kein Film, sondern eine auf billigste Art produzierte Aneinanderreihung von, äh… „Szenen“, die rein gar nichts miteinander zu tun haben und völlig sinnfrei sind und die sich kein Mensch jemals angeschaut hätte, hätte es diese ganze Aufregung nicht geben.

Angeblich soll es sich bei den 13 Minuten, die das Video dauert, nur um Ausschnitte aus einem ca. 80minütigen Film handeln, quasi um einen Trailer. Nun sind diese 13 Minuten schon so quälend öde (ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass nach den sieben Minuten, die ich ausgehalten habe, plötzlich etwas interessantes oder gar gotteslästerliches passiert), dass die meisten Menschen, würde man sie zwingen, sich die 80 Minuten Fassung anzuschauen, vermutlich den Freitod vorziehen würden, um diesem Schicksal zu entgehen. Rein ästhetisch gesehen, ist dieses Video also reine Pixelverschwendung.

Nun sind die fundamentalistischen Krawalle, die Toten und der immense Antisemitismus aber real, so dass man sich unwillkürlich fragt, wie denn ein so unbedeutender „Film“ eine dermassen große Wirkung haben kann.

Stefan Frank hat sich auf lizaswelt.net sehr lesenswert mit den möglichen politischen Hintergründen auseinandergesetzt, und nach allem, was ich bisher zu diesem Thema gelesen habe, ist er der erste, der das tatsächliche „Film“-Material zur Grundlage seiner Analyse herangezogen hat.

Der wahre Skandal ist nicht dieses Video, sondern seine Instrumentalisierung zur Verstärkung des in weiten Teilen der muslimischen Welt fest verankerten Antisemitismus.

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