Archiv der Kategorie: Kunst

Chronophobie und brüllende Löwen: Der Durlacher Filmemacher Philipp Hartmann

Am 17. September ist Philipp Hartmanns wunderschöner filmischer Essay über die Vergänglichkeit zum wahrscheinlich letzten Mail in Karlsruhe auf einer großen Leinwand zu sehen (in der Kinemathek 3). Aus diesem Anlass weise ich mit dem folgenden Artikel, den ich ursprünglich für das Durlacher Blatt geschrieben habe, gerne nochmals auf den Film hin, der, wie ich finde, nur in ausverkauften Sälen laufen sollte. Wer ihn noch nicht kennt: Anschauen, es lohnt sich.

„Die Zeit macht nur vor dem Teufel halt“ heißt es in einem alten Schlager und das ist eine Wahrheit, die wir Menschen schmerzlich fühlen, weil die Zeit leider nicht vor uns Halt macht. Nicht nur dass, wir wissen um die Begrenztheit unserer Lebenszeit und als wäre das nicht schon deprimierend genug, messen wir auch noch nach, wie viel uns davon vermutlich noch bleibt. Weiterlesen

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Picture this – Das Plattencover zwischen Kunst und Kommerz

Schallplatten gehören seit meiner Teenager-Zeit zu meinem Alltag. Schon damals fand ich es aufregend, mich in Plattenläden herumzutreiben, auch wenn das Taschengeld längst alle war. Mehr als eine Single im Monat war in der Regel sowieso nicht drin, weshalb sich meine Bekannschaft bei vielen Künstlern auf das Cover beschränkt hat. Wenn eine Platte ein Cover hatte, das mir gefiel, kam sie auf meinen Wunschzettel. Der visuelle Aspekt war also für meine musikalische Geschmacksbildung durchaus von Bedeutung. Das hat sich bis heute nicht groß verändert: Wenn mich ein Cover packt, möchte ich wissen, was für Musik dahinter steckt. Weiterlesen

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Zum Tode von Philip Seymour Hoffman

Philip Seymour Hoffman ist tot. Obwohl er von seiner Erscheinung her nie ein Leading Man vom Typ eines Brando, Clift, DeNiro oder Pacino war, gehört er doch aufgrund seiner schauspielerischen Fähigkeiten ganz ohne jeden Zweifel in diese Reihe außergewöhnlich talentierter Filmschauspieler.

Seine Präsenz auf der Leinwand wirkte zum Greifen real, egal ob er servile Sekretäre (Brand in „The Big Lebowski“ oder arrogante Lebemänner (Freddie Miles in „Der Talentierte Mr. Ripley“) spielte, er verkörperte seine Rollen, mit einer selten zu sehenden Wahrhaftigkeit. Er hat seine Charaktere nie denunziert, er hat sie mit seinen sensiblen Darstellungen vor uns als echte Menschen auferstehen lassen, mit all ihren Fehlern, Dummheiten und Peinlichkeiten. Dabei wirkte nichts an seinem Spiel aufgesetzt, falsch oder egozentrisch. Das sieht auf der Leinwand bisweilen einfach und unspektakulär aus, ist aber tatsächlich das Schwierigste, was ein Schauspieler leisten kann. Das gelang und gelingt nur sehr, sehr wenigen seiner Kollegen.

Sein unerwarteter Tod macht mich unendlich traurig, weil Philip Seymour Hoffman unser Bruder im Geiste war, weil er als Künstler jene universelle Humanität verkörperte, die wir so dringend nötig haben.

Hoffman hatte offenbar seit längerer Zeit Probleme mit Drogen und Alkohol. Ich kann verstehen, dass ein so sensibler Mensch einen Schutzwall um sich aufbauen musste, um nicht an der Umwelt zu zerbrechen. Dass nun an einer Überdosis verstorben ist, ist eine hämische Pointe des Schicksals, die dieser Künstler nicht verdient hat.

Es wird nie wieder einen Film mit diesem Ausnahmeschauspieler geben. Das ist ein Verlust für uns alle.

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Exterminator! – William S. Burroughs Retrospektive in Hamburg

Soeben auf magazin.amusio.com erschienen: Mein Artikel über die kommende William Burroughs-Ausstellung in Hamburg.

Exterminator! – William S. Burroughs Retrospektive in Hamburg – amusio.com – Musik Magazin.

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