Neuer Israelischer Friedensplan bringt Durchbruch in Nahost

Die Satire „Neuer israelischer Friedensplan bringt Durchbruch in Nahost“ habe ich anlässlich des Gaza-Konfliktes  im Juli 2014 geschrieben und auf der Achse des Guten veröffentlicht.  Ich habe damals nicht verstanden (und verstehe es immer noch nicht), warum ein souveräner Staat, der von Terroristen, deren erklärtes Ziel die völlige Vernichtung dieses Staates und seiner Bevölkerung ist,  mit Raketen angegriffen wird,  nicht das Recht hat, sich dagegen zu wehren. Natürlich hat jeder Staat das Recht dazu und zwar mit den Mitteln, die er dazu als geeignet empfindet. Das war auch der Hamas klar, weshalb ich den Eindruck hatte, die Raketenangriffe waren von vornherein ausschließlich als propagandistische Aktion geplant. Es ist nämlich kompletter Irrsinn, einen Gegner anzugreifen, der militärisch haushoch überlegen ist, umso mehr, wenn ich genau weiß, dass dieser Gegner zurückschlagen wird. Es muss neben der sprichwörtlichen gewordenen Menschenverachtung islamistischer Gruppen auf Seiten der Hamas also noch mehr Gründe gegeben haben, die eigene Zivilbevölkerung so bereitwillig zu opfern. Viel wichtiger als Siege auf dem Schlachtfeld sind oft genug Siege an der Propagandafront und an der hat der Islam in sowohl in seiner radikalen als auch gemäßigten Manifestation längst gewonnen: Muslime sind immer Opfer, Juden immer Täter. Falls doch mal Muslime Täter sind (Grundkenntnisse in der Koran-Exegese kann man dem IS und der Boko Haram nun mal nicht absprechen), sind das keine wahren Muslime und außerdem steckt sowieso Israel dahinter. Gegen diesen Blödsinn, der in unterschiedlichen Abstufungen von Links wie Rechts abgesondert wird,  wollte ich anschreiben. Gegen Verschwörungstheorien kann man nicht argumentieren, aber man kann sie ins Lächerliche ziehen und so überspitzen, dass der ihnen innewohnende Wahnsinn sichtbar wird. Das habe ich versucht.

 

Neuer Israelischer Friedensplan bringt Durchbruch in Nahost

In einer Sondersitzung beschloss das israelische Kabinett gestern Nacht umfassende Maßnahmen, die zu einem dauerhaften Frieden im Nahen Osten führen sollen. Wer „unser Land mit Steinen, Stöcken und Silvesterraketen“ angreife, brauche „zukünftig nicht mehr mit der vollen Wucht israelischer Vergeltungsmaßnahmen zu rechnen“, erläuterte Ministerpräsident Netanjahu die Ergebnisse der intern „Aktion Liebenswertes Israel’“ genannten Beschlüsse.

So werde man das Raketenabwehrsystem Iron Dome außer Kraft setzen, damit die Hamas „eine reelle Chance“ habe, „den Jihad mit einem positiven Ergebnis“ zu beenden. Unterstützend untersagte das Kabinett Juden das Aufsuchen von Schutzräumen und Bunkern. „Fairplay“ sei „das Gebot der Stunde“ so Netanjahu weiter, weshalb auch eine einseitige Feuerpause ausgerufen wurde.

Außerdem werde man die Armee statt mit Feuerwaffen ab sofort mit 9-Volt-Tasern zur Selbstverteidigung ausrüsten und neuartige De-Eskalationstaktiken zur Anwendung bringen. Dazu gehöre das Verteilen von Dattelkonfekt an führende Hamas-Mitglieder und die Überwindung der kulturellen Gräben durch Aufführungen des Musicals „Anatevka“ auf Arabisch im Gaza-Streifen und Westjordanland.

In einem ersten Kommuniqué verurteilte die Hamas die israelischen Beschlüsse scharf. Später relativerte die Hamas-Chef Chalid Maschal, der sich aktuell zur politischen Weiterbildung in Syrien aufhält, diese Einschätzung und betonte, an dem Missverständnis sei „allein die sprichwörtliche Verlogenheit der Juden schuld.“ Er begrüße „jede zionistischen Entscheidung“, die es „den friedliebenden Völkern“ ermögliche „das Problem der Überjudung Palästinas zu lösen“. Die Übernahme des israelischen Staatsgebietes sei, so hoffe er, „nur noch eine Formalie“. Man habe bereits damit begonnen, „Gruppen von Sondereinsatz-Jihadisten“ aufzustellen, um „Zionisten, die sich den Anordnungen ihrer Regierung feige“ widersetzten, „ihrer gerechten Strafe“ zu zuführen.

Um die Körper später auf traditionelle Art durch die Straßen schleifen zu können, sondiere man zudem den europäischen Gebrauchtmotorradmarkt. Man benötige „eine Vielzahl von halbwegs zuverlässigen Zweirädern“, da ansonsten eine „vollständige Entwürdigung nicht für alle Juden“ gewährleistet werden könne. Von Sachspenden aus dem arabischen Raum bat er abzusehen.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon ermahnte beide Seiten in einer vorläufigen Stellungnahme, nicht mehr Blut als nötig zu vergießen. Ob Israel mit diesen einseitig vollzogenen Maßnahmen gegen die Menschenrechts-Charta verstoße, habe aber der UN-Sicherheitsrat zu klären. Die Hamas forderte er auf, „besonnen“ zu reagieren: „Nicht alles, was die ISIS im Irak“ mache, habe Vorbildcharakter.

Ein positives Echo löste der israelische Friedensplan auch in der Tourismusbranche aus. Man rechne mit einem deutlichen Anstieg von Reisen in das neue Palästina, wie ein Sprecher des Verbandes der deutschen Touristikunternehmen mitteilte. Man wolle künftig besonders das „historisch-jüdische Element“ betonen und plane von speziell geschulten Reiseführern begleitete Rundreisen mit „Melancholic-Touch“ zu den Ruinen der größten Synagogen anzubieten. Eine Aufführung von Roger Waters „The Wall“ an der ehemaligen Klagemauer werde das Reiseprogramm abrunden.

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