Picture this – Das Plattencover zwischen Kunst und Kommerz

Schallplatten gehören seit meiner Teenager-Zeit zu meinem Alltag. Schon damals fand ich es aufregend, mich in Plattenläden herumzutreiben, auch wenn das Taschengeld längst alle war. Mehr als eine Single im Monat war in der Regel sowieso nicht drin, weshalb sich meine Bekannschaft bei vielen Künstlern auf das Cover beschränkt hat. Wenn eine Platte ein Cover hatte, das mir gefiel, kam sie auf meinen Wunschzettel. Der visuelle Aspekt war also für meine musikalische Geschmacksbildung durchaus von Bedeutung. Das hat sich bis heute nicht groß verändert: Wenn mich ein Cover packt, möchte ich wissen, was für Musik dahinter steckt.

Aber welche Faktoren sind eigentlich für die Attraktivität eines Covers entscheidend? Gibt es objektive Kriterien für ein gelungenes Cover? Unterscheiden sich Cover prinzipiell von den Verpackungen anderer Waren? Durch meine Daily Cover-Serie auf G+ (oder hier als Dia-Show) sind mir diese Fragen in den Sinn gekommen und ich habe mir einige Gedanken über den visuellen Aspekt der Musik gemacht.

Eine kurze Geschichte des Covers

Das erste gestaltete Plattencover erschien 1940.

Nr. 1

Das erste künstlerisch gestaltete Schallplattencover erschien 1940. Der für Columbia Records arbeitende Grafiker Alex Steinweiss hatte die Idee, auf die Hülle einer Schellack-Platte von Rodgers & Hart ein Foto drucken zu lassen. Bis dahin wurden Platten in neutralen Lochcovern verkauft, die lediglich das Schellack vor Kratzern schützen sollten. Steinweiss‘ Impuls, eine Platte mit einem Bild zu verpacken, war natürlich rein kommerzieller Natur. Er glaubte, dass sich ein attraktives Produkt besser verkaufen würde, als ein langweilig aussehendes. Nun, er hatte recht und nach und nach gingen alle Label dazu über, ihre Plattenhüllen ebenfalls grafisch zu gestalten. Das lief sicher nicht ohne Zähneknirschen ab, denn Covergestaltung produziert Extrakosten und ohne hatten sich die Platten ja auch verkauft. Aber der von Columbia ins Rollen gebrachte Stein war nicht mehr aufzuhalten.Bildschirmfoto vom 2013-02-14 17:32:15

Die Hoch-Zeit der Covergestaltung begann Anfang der 60er Jahre mit der Abgrenzung der Jugendkultur von der Welt der Erwachsenen. Ein Schallplattencover war plötzlich mehr als eine Verkaufshilfe, es wurde Ausdruck von kultureller Identität und künstlerisches Statement. Im Mainstream schwanden diese Bedeutungsebenen Mitte der 80er Jahre, als MTV anfing die Autonomie des Covers als wichtigste Form der Visualisierung der Musik auszuhöhlen. Von nun an war das Video der entscheidende visuelle Kontakt des Hörers mit dem Musikprodukt. Das Cover musste sich den bewegten Bilder unterordnen und wurde immer mehr dazu degradiert, als Reminder für die in den Videos generierten Bilder zu fungieren (lediglich im Independent-Bereich konnte das Cover seine Bedeutung als künstlerisches Statement weiter behaupten, da MTV kaum unabhängig produzierte Videos ins Programm genommen hat).

Ein weiterer Faktor, der entscheidend dazu beigetragen hat die Autorität des Covers zu untergraben, war die Digitalisierung der Musik. Grund ist die Gegenüber der Schallplatte universelle Verfügbarkeit digitaler Dateien. Kulturelle Produkte, die überall zur Verfügung stehen, verlieren ihren Kult-Wert, werden ent-ritualisiert, und dieser Säkularisierung spiegelt sich notwendigerweise auch in der schwindenden Bedeutung der Verpackung wider.Bildschirmfoto vom 2013-02-14 17:34:46

Heutzutage dümpelt das Cover im kulturellen Niemandsland vor sich hin. Wirklich benötigt wird es im Zeitalter der mp3s nicht mehr, aber so richtig darauf verzichten mag man auch nicht. Die meisten Cover werden heute, wenn überhaupt, auf mobilen Geräten angeschaut, seine Funktion ist auf die eines Piktogrammes geschrumpft. 

Ursprünglich jedoch wurden an ein Cover eine ganze Reihe von Anforderungen gestellt. Zum Teil sind diese identisch mit denen, die an die Verpackungen aller Konsumprodukte gestellt werden, in einigen Punkten weichen sie jedoch  signifikant davon ab.

Bildschirmfoto vom 2013-02-14 17:31:09

Gebrauchsgrafik oder mehr?

Ein Cover ist der sichtbare Teil eines Kulturgutes und in erster Linie eine Verkaufshilfe. Es sollte 1.) potentielle Kunden für das Produkt interessieren, 2.) Informationen über die Art des Produktes vermitteln, also das Musik-Genre visualisieren und 3.) die Corporate Identity des Herstellers transportieren, in diesem Fall des Labels, 4.) das Image des Künstlers promoten und 5.) die künstlerische Qualität eines Audio-Produktes angemessen visuell darstellen.

Den wenigsten Plattencovern gelingt es, alle fünf Punkte zu vereinen, was teilweise daran liegt, dass sich einige der Anforderungen (scheinbar) gegenseitig ausschließen. Punkt 5.) bereitet vielen Covergestaltern besondere Schwierigkeiten, müssen sie doch dazu ein Feld betreten, das über das der Gebrauchsgrafik hinausreicht, das Feld der Kunst. 

Bildschirmfoto vom 2013-02-14 17:32:44Schauen wir uns die Punkte 1 bis 5 an konkreten Beispielen etwas genauer an.

1.) Mache mich neugierig

Das ist nicht Kraftwerk und die Platte heißt nicht Autobahn.

Das ist nicht Kraftwerk und die Platte heißt nicht Autobahn.

Von Chuck Bridges and the LA Happening ist mir vor allem das Cover in Erinnerung geblieben. Ich habe mich gefragt, welche Musik sich wohl am besten durch ein Foto von einer Band auf einer Autobahn-Brücke darstellen ließe. Warum stehen die da? Sollen die Freeways ein Sinnbild für L.A. sein und damit der Inbegriff von Hipness und brodelnder Urbanität, stellen sie eine Allegorie des „Happenings“ im Bandnamen dar? 

Ich habe keine Ahnung, aber das Bild hat mich neugierig gemacht und ich habe die Platte ungehört gekauft. Um einen Kaufimpuls auszulösen, genügen oft banale Kleinigkeiten in der visuellen Umsetzung, sie müssen nicht mal Sinn machen, wie in diesem Fall die ungewöhnliche Location.

Die künstlerische Qualität des Covers spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Das Bild von Chuck Bridges und seiner Band ist weder handwerklich besonders gelungen (von drei Bandmitgliedern kann man die Gesichter nicht erkennen) noch werden die elementaren Anforderungen mit dem Foto umgesetzt. Wir erfahren wenig über ein wie auch immer geartetes Bandimage, nichts über eventuelle Besonderheiten des Labels und auch nichts über das musikalische Genre (Nachtrag: Wir erfahren immerhin, dass es sich um eine gemischtrassige Formation handelt und der Bandleader dunkelhäutig ist, was in den 60ern keine Selbstverständlichkeit war.)

2.) Sag mir wer du bist

Viele Cover sind so gestaltet, dass der Käufer unmittelbar erkennt, mit welcher Art Musik er rechnen kann. Selbst wenn man noch nie eine Slayer-Platte gehört hat, weiß man mit einem Blick, dass man sich besser auf Ohrenbluten einstellen sollte. Die Visualisierung des Genres funktioniert in zwei Richtungen. Der Fan kauft, der Nicht-Fan ist dankbar für die Warnung. 

Neugier auf ein möglicherweise außergewöhnliches Hörerlebnis wird so allerdings nicht erzeugt, das ist aber in diesem Fall auch nicht erwünscht. Zwei weitere Beispiele sollen das verdeutlichen.

Dies ist ziemlich sicher eine HipHop-Platte.

Dies ist ziemlich sicher eine HipHop-Platte.

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Dies auch?

Das Cover von NWA zeigt, dass wir es hier mit HipHop zu tun haben und zwar – die fotografische Perspektive und der Titel „Straight Outta Compton“ lassen den Schluß zu – der härteren Sorte. Wer sich für eine realistische Darstellung des Lebens in den Slums Nordamerikas interessiert, wird hier offenbar gut bedient.

Die Pharcyde-LP macht es dem HipHop-Fan nicht ganz so einfach. Er kann sich alleine aufgrund des Covers nicht mal sicher sein, dass er es überhaupt mit HipHop zu tun hat. The Pharcyde stellen nicht das Genre in den Mittelpunkt der Gestaltung, sondern ihre künstlerische Individualität. Bei Musikgenres wie Metal und HipHop, die traditionell eine eher konservative Fangemeinde haben, ist das nicht unbedingt eine kluge Verkaufsstrategie.

Die Bestätigung des Genres kann also kommerziell sinnvoller sein, als der Versuch, Neugierde zu erwecken. Einige Labels gehen bei der Gestaltung ihrer Cover noch einen Schritt weiter. Nicht nur das Genre wird visuell eindeutig dargestellt, das Label selbst wird offensiv präsentiert.

3.) Ein Label ist ein Label ist ein Label

Zu den Genres, in denen wir diese Art der Covergestaltung am häufigsten antreffen, zählen Klassik und Elektro, also Genres, in denen die künstlerische Individualität anderen Faktoren untergeordnet ist (dem Komponisten in der Klassik und dem Stil im Elektro). Auch Jazzlabel präsentieren ihre CI oft sehr deutlich, dazu aber später mehr.

Corporate Identity, Individualität und Genre...

Corporate Identity, Individualität und Genre…

Jede Veröffentlichung der Deutschen Grammophon trägt das berühmte gelbe Logo mit schwarzer Schrift. Was sagt das dem Hörer? Erstens: Du hast gerade eine Klassik-CD in der Hand und zweitens, noch wichtiger, eine Klassik-CD, an die Du bezüglich Interpretation und Klangqualität besonders hohe Ansprüche stellen kannst. Das gelbe Schild weckt Vertrauen und das rechtfertigt den hohen Preis.

...lassen sich auch ohne gelbes Schild erkennen.

…lassen sich auch ohne gelbes Logo erkennen.

Tatsächlich aber erfährt der Hörer weniger als er glaubt über die CD. Natürlich ist der Künstler bekannt, aber ist er wirklich gut oder nur gut zu vermarkten? Und über die künstlerische Qualität der Interpretation sagt das Cover trotz des gelben Schildes tatsächlich gar nichts aus. Ist Karajan wirklich der richtige Dirigent für Bach, nur weil er ein guter Beethover-Interpret war?

Der Vorteil für den Musiker ist, dass er bei Labels, die stark auf Corporate Identity setzen, relativ sicher sein kann, überdurchschnittlich gut zu verkaufen. Andererseits kann der Künstler über diese Cover seine Individualität deutlich weniger promoten und sollte das Label aus irgendeinen Grund seine kommerzielle Zugkraft verlieren, wird er mit in den Abwärtsstrudel gerissen.

Das lässt sich vermeiden, wenn der Künstler sich selbst, bzw. sein Image in den Mittelpunkt der Covergestaltung stellt und als Marke etabliert.

4.) Das Bildnis des Künstlers

Es ist völlig unwichtig, ob das transportierte Image eines Künstlers von Marketing-Stategen geschaffen wurde oder eine integre Persönlichkeit abbildet. Wichtig ist nur, dass ein Image überzeugend wirkt. Dazu muss der Käufer in der Lage sein, einen sinnvollen Zusammenhang zwischen der visuellen und der musikalischen Aussage des Produktes herzustellen.

Straßenschlacht statt Tiki-Lounge: Thievery Corporation erfinden sich neu

Agit-Prop statt Club-Lounge: Thievery Corporation erfinden sich neu.

Diese Aussagen können gegensätzlicher Natur sein (Thievery Corporation: Audio = Lounge vs. Optik = Straßenschlacht) oder sich doppeln (NWA, s.o.: Audio = Getto + Optik = Getto), je nach gewünschtem Effekt. Persönlich ziehe ich Cover vor, die Fragen aufwerfen, statt Bekanntes zu bestätigen. Das Foto auf dem Thievery Cover würde als Cover von beispielsweise Rage Against The Machine auf mich weit weniger Wirkung haben, weil es erwartbar wäre. Aber warum benutzt eine Lounge-Combo so ein Bild? 

Hier haben wir also zum einen wieder den Aspekt der Neugierde, gleichzeitig kreiert die Band aber auch ein für eine Lounge-Combo sehr ungewöhnliches und starkes Image, eines an das man sich erinnert.

Lou Reed reißt sich die Maske des Transformers vom Gesicht. Und setzt sich eine neue auf.

Lou Reed reißt sich die Maske des Transformers vom Gesicht. Und setzt sich eine neue auf.

Das Image eines Künstlers ist also nicht notwendigerweise von seinem Portrait abhängig, es sei denn seine Persönlichkeit ist alleine für die Verkäuflichkeit des Produktes verantwortlich. Musikgeschäft bedeutet vor allem stetiger Wandel und die intelligenten unter den Stars haben früh begriffen, dass es für den Konsumenten so aussehen sollte, als wären sie (die Stars) die treibenden Kraft hinter dem Wandel. David Bowie war einer der ersten Künstler, der durch die regelmäßige Neu-Positionierung seiner Persönlichkeit den Trendsetter als eigenständiges Image kreiert hat. 

Diese Form der Imagekreation war schwarzen Musikern lange Zeit vorenthalten. Bis weit in die 60er Jahre hinein waren schwarze Künstler auf den Covern ihrer eigenen Schallplatten häufig nicht zu sehen, da die Musikindustrie glaubte, ihr Anblick würde die Verkäufe bei der weißen Klientel beeinträchtigen (eine Ausnahme waren die meisten Jazzlabel).

Rassismus war lange ein fester Bestandteil des Musikgeschäftes. Noch 1983 hat Columbia für Herbie Hancocks „Rockit“ ein Video in Auftrag gegeben, dass den Künstler möglichst wenig im Bild zeigen sollte. Dass das von Godley & Creme inszenierte Video ein früher Klassiker der Videokunst wurde, macht die Sache nicht besser.

Die eigene Persönlichkeit als Corparate Identity zu vermarkten, scheint den Künstlern die größtmögliche Autonomie zu ermöglichen. In ihrem Selbstverständnis gewährleistet das Ich als Marke auch die größtmögliche Abgrenzung zu anderen Künstlern. Tatsächlich funktioniert das nur in den seltensten Fällen auf Dauer. Dazu ist die Konkurrenz zu groß. Jedes Image altert und ist sowieso von mehreren Künstlern besetzt, das Ich somit jederzeit austauschbar und sollte sich die Masse abwenden, dient das Cover, egal wie stylish und aufwendig, nur noch als höhnische Dekoration für das Vergessen. 

Kann ein Cover trotzdem große Kunst werden, die, losgelöst vom Genre/von der Corporate Identity/vom Image, einen bleibenden Wert hat? Ich meine, ja.

5.) Das Visuelle als Analogie der musikalischen Qualität

Die besten Cover sind die, denen es in der Bildgestaltung gelingt, die Widersprüche der unterschiedlichen Anforderungen aufzulösen sowie die, die das gar nicht erst versuchen, sondern die Anforderungen in Teilen oder zur Gänze unterlaufen und ironisieren. Beide Male kann Kunst entstehen.

Ein Beispiel für die erste Variante sind die Schallplattencover des amerikanischen Impulse-Labels. Auch ungeübte erkennen diese sofort als Jazzplatten. Der auf fast allen Covern platzierte „Impulse“-Punkt sowie die häufige Verwendung von identischen Schrifttypen weisen unmissverständlich auf die Corporate Identity des Labels hin, dass quasi seit bestehen zu den führenden Jazzlabeln der Welt zählt. Durch die oftmals sehr großformatigen Künstlerportraits transportiert Impulse zum einen die künstlerische Individualität, eine der elementaren Säulen des Jazz, zum anderen wecken gelungene Portraits immer Interesse an der Person.

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Die Gestaltung der Impulse-Platten berücksichtigt somit alle bisher erwähnten Anforderungen an ein Cover und ist nichts weniger als die kongeniale Umsetzung der Musik ins Visuelle und hebt die Cover von Impulse weit über den Rang von Gebrauchsgrafiken hinaus.

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12 Songs auf 12 CD-Singles, verpackt in Tablettenblister – Spiritualized setzen Massstäbe für außergewöhnliche Covergestaltung.

Kommen wir zur zweiten Variante: Anforderungen unterlaufen kann man auf verschiedene Arten. Eine Möglichkeit bieten aufwändige Covergestaltungen oder ungewöhnliche Formate, die für die normierten Verkaufsflächen zu sperrig sind. Das erzeugt in den meisten Fällen Neugier, aber dazu muß der Kunde diese Produkte erstmal finden, werden  sie doch notgedrungen gesondert präsentiert. Außerdem sind Plattenfirmen in der Regel daran interessiert, Kosten niedrig zu halten, weshalb die teuren Sonderformate eher von ambitionierten Indiebands mit Eigenkapital hergestellt werden.

Der spielerische Umgang mit Genres ist eine weitere Möglichkeit, die rein kommerziell ausgerichteten Anforderungen an ein Cover auszuhebeln. Ein gutes Beispiel ist die LP „The Days Of Wine And Roses“ von The Dream Syndicate

The Dream Syndicate - Minimalismus trotz zahlreicher kultureller Bezüge.

The Dream Syndicate – mit Bedeutung gefüllter Minimalismus

Die Band spielt hier mit mehreren kulturellen Ebenen. Der Titel ist identisch mit dem eines Alkoholiker-Dramas, das zumindest in den USA als Filmklassiker gilt. Der Bandname ist eine Referenz an LaMonte Youngs Dream Syndicate, für Avantgarde- und Velvet Underground-Fans durchaus ein Begriff. Die monochrome Fläche verweist auf Künstler wie Mark Rothko, erinnert aber auch stark an die Cover des Blue Note Label.

Verwirrung zu stiften könnte hier das Ziel sein, das halte ich aber für unwahrscheinlich (dazu ist die grafische Umsetzung zu überlegt). Die Band wollte wohl eher die kulturellen Koordinaten präsentieren, innerhalb derer sie sich bewegt. Die stilistische Einordnung scheint zweitrangig zu sein, die Band möchte offenbar offene und unvoreingenommene Hörer erreichen. Ein hehres Ziel, aber alles andere als massenkompatibel.

Bildschirmfoto vom 2013-02-14 17:34:12

Mir gefällt so ein spielerischer Umgang mit der eigenen Kultur sehr gut und wenn man aufmerksam hinschaut, kann man so etwas in vielen Plattencovern entdecken. Und weil Cover diese Möglichkeit bieten können, unterscheiden sie sich denn doch grundlegend von anderen Gebrauchsgrafiken. Stellt euch nur mal einen Supermarkt vor, in dem die Waren Verpackungen hätten, die keine eindeutigen Rückschlüsse auf das Produkt zuliessen!

Zum Schluß noch kurz einige Anmerkungen zu „The Daily Cover“. Alle geposteten Bilder wurden von mir von Schallplatten oder CDs abfotografiert. Einige Fotos habe ich digital nachbearbeitet, was sich aber überwiegend auf Verstärkung des Kontrastes beschränkt hat. Die Bilder wurden mit einem grauen Rahmen versehen, um den Charakter der Seriendarstellung zu betonen. Die Auswahl erfolgt alleine aufgrund des Covers. Ob mir eine Platte oder Band gefällt, ist zweitrangig.

Nachtrag, 13.07.14: Hier eine schöne Webseite die zeigt, wie man Cover auch gestalten kann (aber nicht unbedingt muss). Vielen Dank an Philip Goeth für den Link!

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Kunst, Medientheorie, Musik, Texte, Unser täglich Cover

2 Antworten zu “Picture this – Das Plattencover zwischen Kunst und Kommerz

  1. Philip Goeth

    Hi Christian, das ist vom Anfang bis zum Schluss ein spannender, interessanter und schlüssiger essay. Deine daily covers haben mich auf so manche mir umbekannte band neugierig gemacht. Vielen Dank! 🙂

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